// Referenz · DIN 6885-1 · hohe Form

Passfedernut-Tabelle nach DIN 6885

Nutbreite b und Nuthöhe h, Nuttiefe t1 in der Welle und t2 in der Nabe, das Prüfmaß d−t1 und die genormten Passfederlängen — für Wellendurchmesser von 6 bis 500 mm. Dazu die Frage, an der es in der Praxis scheitert: welches Toleranzfeld die Nutbreite bekommt. Echte HTML-Tabellen, kein Bild, plus PDF zum Ausdrucken. Direkt zum Durchmesser:

Diese Tabelle steht hier, weil wir sie selbst täglich brauchen: EKINSUN dreht und fräst Wellen, Naben und Ersatzteile mit Passfedernut nach Zeichnung — ab einem Stück. Die Werte unten sind der Teil, den jeder nachschlagen kann. Der Teil, der Geld kostet, steht weiter unten unter Toleranz der Nutbreite und Was auf die Zeichnung gehört.

Passfedernut-Maße nach DIN 6885-1

Maßgeblich ist der Wellendurchmesser — er bestimmt Nutbreite und Nuttiefe, nicht das übertragene Moment. Über die Länge der Passfeder wird anschließend die Tragfähigkeit eingestellt. Die Bereichsgrenzen gelten als „über … bis": eine Welle Ø 30,0 mm gehört noch in die Zeile >22–30, eine Welle Ø 30,1 mm bereits in die nächste.

Passfeder und Passfedernut nach DIN 6885-1 (hohe Form), Maße in mm
Wellen-Ø (mm)b × ht1 Wellet2 NabeNutgrund d−t1Passfederlängen
>6–82 × 21,216,8 (bei Ø8)6–20
>8–103 × 31,81,48,2 (bei Ø10)6–36
>10–124 × 42,51,89,5 (bei Ø12)8–45
>12–175 × 532,314 (bei Ø17)10–56
>17–226 × 63,52,818,5 (bei Ø22)14–70
>22–308 × 743,326 (bei Ø30)18–90
>30–3810 × 853,333 (bei Ø38)22–110
>38–4412 × 853,339 (bei Ø44)28–140
>44–5014 × 95,53,844,5 (bei Ø50)36–160
>50–5816 × 1064,352 (bei Ø58)45–180
>58–6518 × 1174,458 (bei Ø65)50–200
>65–7520 × 127,54,967,5 (bei Ø75)56–220
>75–8522 × 1495,476 (bei Ø85)63–250
>85–9525 × 1495,486 (bei Ø95)70–280
>95–11028 × 16106,4100 (bei Ø110)80–320
>110–13032 × 18117,4119 (bei Ø130)90–360
>130–15036 × 20128,4138 (bei Ø150)100–400
>150–17040 × 22139,4157 (bei Ø170)100–400
>170–20045 × 251510,4185 (bei Ø200)110–450
>200–23050 × 281711,4213 (bei Ø230)125–500
>230–26056 × 322012,4240 (bei Ø260)140–500
>260–29063 × 322012,4270 (bei Ø290)160–500
>290–33070 × 362214,4308 (bei Ø330)180–500
>330–38080 × 402515,4355 (bei Ø380)200–500
>380–44090 × 452817,4412 (bei Ø440)220–500
>440–500100 × 503119,5469 (bei Ø500)250–500

Angaben nach DIN 6885-1 (hohe Form). DIN 6885-3 (niedrige Form) hat flachere Passfedern und abweichende Nuttiefen — wer sie braucht, muss das auf der Zeichnung angeben. Maßgeblich ist die jeweils gültige Fassung der Norm.

Die Nutbreite wird toleriert — nicht die Passfeder

Das ist der Punkt, an dem die meisten Zeichnungen unvollständig sind. Die Passfeder selbst ist Einheitswelle h9: ihr oberes Abmaß ist null, sie ist also nie breiter als das Nennmaß. Eingestellt wird der Sitz ausschließlich über die Breite der Nut — und zwar getrennt für Welle und Nabe.

Toleranzfeld der Nutbreite b nach DIN 6885
SitzWellennutNabennutWann
GleitsitzH9D10Gleitfeder — die Nabe soll sich auf der Welle axial verschieben lassen (Schieberäder).
Leichter SitzN9JS9Der Normalfall. Passfeder lässt sich fügen und wieder herausnehmen, ohne zu wandern.
Fester SitzP9P9Passfeder wird eingepresst und bleibt in der Welle — bei Lastwechsel und Reversierbetrieb.

Der Fall, der bei uns am häufigsten schiefgeht: die Passfeder wird bauseits gestellt, auf der Zeichnung steht aber nur „Nut 8 × 7" ohne Toleranzfeld. Fertigt der Lieferant dann N9 und der Konstrukteur hatte P9 im Kopf, liegt die Feder lose in der Nut und wandert unter Lastwechsel aus. Umgekehrt bekommt man eine P9-Nut mit einer h9-Feder ohne Presse nicht zusammen. Wenn Sie die Passfeder selbst beistellen, gehört das Toleranzfeld auf die Zeichnung — oder schreiben Sie uns, welche Feder Sie haben, dann legen wir es fest.

Was auf die Zeichnung gehört — und was am häufigsten fehlt

Nutbreite und Nuttiefe allein beschreiben die Nut noch nicht vollständig. Drei Angaben fehlen erfahrungsgemäß am öftesten:

  • Das Prüfmaß d−t1. t1 wird von der Wellenoberfläche nach innen gemessen und lässt sich am fertigen Teil kaum abgreifen. d−t1 geht von der gegenüberliegenden Mantellinie bis zum Nutgrund und ist mit dem Messschieber prüfbar. Beide Maße beschreiben dieselbe Nut — deshalb stehen sie in der Tabelle oben nebeneinander.
  • Die Symmetrietoleranz der Nut zur Wellenachse. Eine Nut kann breiten- und tiefenrichtig sein und trotzdem außermittig sitzen; die Nabe lässt sich dann nur in einer Drehrichtung fügen.
  • Die Nutform am Auslauf. Gefräst mit dem Scheibenfräser läuft die Nut flach aus, mit dem Schaftfräser endet sie rund und geschlossen. Sitzt am Nutende ein Absatz oder ein Lagersitz, entscheidet das darüber, ob die Nut überhaupt herstellbar ist.

Passfedernuten, die wir fräsen

Wir fertigen die Nut in aller Regel nicht einzeln, sondern zusammen mit der Welle — gedreht, gefräst und gemessen in einer Aufspannfolge, damit Lagersitz und Nut zueinander stimmen. Typische Werkstoffe sind 1.4301 (X5CrNi18-10, AISI 304) und 1.4404 (X2CrNiMo17-12-2, AISI 316L), Vergütungsstahl 42CrMo4 (1.7225), C45 (1.0503) sowie Aluminium EN AW-6061 und EN AW-7075. Die häufigste Nabennut, die wir schneiden, sitzt übrigens in einer starren Wellenkupplung nach Maß — dort gilt t2, und die Nut liegt eine Vierteldrehung vom Klemmschlitz.

Abgesetzte Edelstahlwelle mit mehreren tolerierten Sitzen, bei EKINSUN aus dem Vollen gedreht
Abgesetzte Welle aus Edelstahl, aus dem Vollen gedreht — Absätze und Sitze in einer Aufspannfolge

So kommen die Anfragen typischerweise herein:

  • „Wellendurchmesser liegt zwischen zwei Normgrößen, die Nut soll aber 6 × 6 nach DIN 6885 bleiben — 4 Stück."
  • „Die Passfeder wird bauseits gestellt, wir brauchen nur die Welle mit der passenden Nutbreite."
  • „Wiederkehrendes Zeichnungsteil, Erstmenge klein — wir suchen einen Fertigungspartner für die Nachbestellungen."
  • „Die alte Welle ist ausgeschlagen, die Nut ausgeleiert. Zeichnung haben wir keine, nur das Teil."

Für den letzten Fall messen wir das Muster auf und leiten die Zeichnung daraus ab — siehe Ersatzteile nach Muster. Für die ersten drei genügt eine Skizze mit Durchmesser, Länge, Nutmaß und Toleranzfeld.

Wenn der Wellendurchmesser nicht im Normraster liegt

Konfigurierbare Wellen von der Stange gibt es reichlich, und für viele Fälle sind sie die richtige Wahl. Interessant wird es an den Stellen, an denen das Raster endet. Der Vergleich unten bezieht sich auf ein gängiges Standard-Wellenprogramm (Durchmesserraster 1,5 bis 50 mm in 25 Stufen, Längen 10–1500 mm, austenitischer Edelstahl im Programm).

Wo das Standardprogramm reicht — und wo Zeichnungsfertigung anfängt
Was gebraucht wirdStandard-WellenprogrammBei EKINSUN
Gerade Welle, Ø aus dem Raster (16 / 18 / 19 / 20 / 25 …), Standardlängekonfigurierbar, oft ab LagerHier ist der Handel schneller und günstiger — ehrliche Empfehlung. Für uns lohnt es erst, wenn weitere Bearbeitungen dazukommen.
Ø zwischen zwei Rasterstufen, z. B. Ø 19,5Das Raster führt 19 und 20 — 19,5 ist nicht wählbarBeim Drehen ist der Durchmesser frei, einschließlich Toleranzfeld
Nut mit frei gewählter Länge und Lage auf der WelleKonfiguriert werden die Enden (Gewinde, Nuten, Fasen) sowie Schlüsselflächen und QuerbohrungenDie Nut sitzt dort, wo die Zeichnung sie hinschreibt
Nutbreite in einem bestimmten Toleranzfeld, weil die Passfeder schon vorhanden istWählbar ist die Toleranz des Wellendurchmessers (h6, g6, f8 …)Toleranzfeld nach Ihrer Angabe, auf Wunsch mit Messprotokoll
Werkstoff 1.4301 oder 1.4404Austenitischer Edelstahl ist im ProgrammKein Vorteil auf unserer Seite — der Werkstoff allein ist kein Grund, fertigen zu lassen
Welle als Nachbau eines ausgeschlagenen Altteils, ohne ZeichnungNicht vorgesehen — der Konfigurator setzt Maße vorausMuster einschicken, wir messen auf und fertigen nach

Schnellantworten nach Wellendurchmesser

Welle Ø 20 mm

Bereich >17–22, also Passfeder 6 × 6. Nuttiefe Welle t1 = 3,5 mm, Nabe t2 = 2,8 mm, Prüfmaß d−t1 = 16,5 mm. Passfederlängen 14 bis 70 mm.

Welle Ø 25 mm

Bereich >22–30, Passfeder 8 × 7. t1 = 4,0 mm, t2 = 3,3 mm, d−t1 = 21,0 mm. Passfederlängen 18 bis 90 mm.

Welle Ø 30 mm

Grenzfall: Ø 30,0 gehört noch in >22–30, damit Passfeder 8 × 7, t1 = 4,0 mm, t2 = 3,3 mm, d−t1 = 26,0 mm. Erst ab Ø 30,1 gilt 10 × 8.

Welle Ø 35 mm

Bereich >30–38, Passfeder 10 × 8. t1 = 5,0 mm, t2 = 3,3 mm, d−t1 = 30,0 mm. Passfederlängen 22 bis 110 mm.

Welle Ø 40 mm

Bereich >38–44, Passfeder 12 × 8. t1 = 5,0 mm, t2 = 3,3 mm, d−t1 = 35,0 mm. Passfederlängen 28 bis 140 mm.

Welle Ø 50 mm

Grenzfall wie bei Ø 30: Ø 50,0 fällt noch in >44–50, Passfeder 14 × 9. t1 = 5,5 mm, t2 = 3,8 mm, d−t1 = 44,5 mm. Passfederlängen 36 bis 160 mm.

Wann diese Tabelle nicht mehr reicht: wenn die Passfeder bereits vorhanden ist und die Nutbreite darauf passen muss; wenn der Wellendurchmesser zwischen zwei Normgrößen liegt; wenn die alte Welle ausgeschlagen ist und die Nut ausgeleiert, ohne dass eine Zeichnung existiert; wenn die Nut an einem Absatz oder Lagersitz ausläuft; oder wenn das Teil schlicht nicht mehr lieferbar ist. In all diesen Fällen entscheidet nicht die Norm, sondern das Messen am realen Teil — wir vermessen Ihr Muster und fertigen die Welle mit Nut: Drehteile nach Zeichnung, CNC-Dreherei ab 1 Stück oder Ersatzteil nach Muster, auf Wunsch mit Messprotokoll. Passende Sitztoleranzen für Lager und Naben stehen in der Passungstabelle nach ISO 286.

Häufige Fragen zur Passfedernut

Ø 20 mm fällt in den Bereich über 17 bis 22 mm, dort gilt nach DIN 6885-1 eine Passfeder 6 × 6. Die Nuttiefe in der Welle beträgt t1 = 3,5 mm, in der Nabe t2 = 2,8 mm. Auf der Zeichnung wird zusätzlich das Prüfmaß d−t1 = 16,5 mm angegeben, weil sich nur dieses mit dem Messschieber prüfen lässt.

Toleriert wird die Nutbreite, nicht die Passfeder — die Passfeder ist Einheitswelle h9 mit oberem Abmaß null. Für den leichten Sitz, den Normalfall, bekommt die Wellennut N9 und die Nabennut JS9. Für den festen Sitz sind beide Nuten P9. Soll sich die Nabe axial verschieben lassen (Gleitfeder), sind es Wellennut H9 und Nabennut D10.

DIN 6885-1 ist die hohe Form und der Regelfall im Maschinenbau. DIN 6885-3 ist die niedrige Form mit flacherer Passfeder und entsprechend anderen Nuttiefen; sie kommt zum Einsatz, wenn die Welle im Querschnitt nicht weiter geschwächt werden darf. Die Werte auf dieser Seite sind die der hohen Form — wer die niedrige Form braucht, muss das auf der Zeichnung angeben, sonst wird die falsche Nut gefräst.

Weil t1 von der Wellenoberfläche nach innen gemessen wird und sich so am fertigen Teil kaum prüfen lässt. Das Maß d−t1 geht von der gegenüberliegenden Mantellinie bis zum Nutgrund und lässt sich direkt mit dem Messschieber abgreifen. Beide Angaben beschreiben dieselbe Nut — deshalb gehören sie zusammen auf die Zeichnung.

Ja, wenn die Welle zu uns kommt oder wir sie mit fertigen. Häufiger ist allerdings der umgekehrte Weg: Sie schicken die alte, ausgeschlagene Welle oder eine Skizze, wir messen sie und drehen die neue Welle komplett mit Nut. Das ist bei kleinen Stückzahlen meist günstiger, als eine Kaufwelle nachträglich zu bearbeiten, und die Nutlage lässt sich dann frei festlegen.

Ja. Standard-Wellenprogramme sind auf ein Durchmesserraster festgelegt — zwischen Ø 19 und Ø 20 gibt es dort nichts. Beim Drehen nach Zeichnung ist der Durchmesser dagegen frei wählbar, einschließlich Toleranzfeld und Oberfläche. Genau solche Zwischenmaße sind ein typischer Grund, warum ein Teil überhaupt gefertigt statt gekauft wird.

Ja. Auf Wunsch ein Messprotokoll der tatsächlich gefertigten Nutbreite und Nuttiefe gegen Ihre Zeichnung, dazu ein Werkstoffzeugnis 3.1 nach EN 10204 ab Serie, nicht zum Einzelstück für den eingesetzten Werkstoff. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn die Passfeder bauseits gestellt wird und die Nut auf Anhieb passen muss.

Sie brauchen die Welle, nicht nur das Nutmaß?

Wellen und Naben mit Passfedernut nach Zeichnung gedreht und gefräst — ab 1 Stück, Angebot in 12 Stunden, auf Wunsch mit Messprotokoll und Werkstoffzeugnis 3.1 ab Serie, nicht zum Einzelstück.

Angebot anfragen →