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Passungstabelle nach ISO 286

Grundtoleranzgrade IT6–IT11, Grundabmaße für Bohrung H7–H11 und Welle d9–s6, Nennmaße 1–250 mm — dazu die bevorzugten Passungen mit dem Spiel bzw. Übermaß, das dabei tatsächlich herauskommt. Echte HTML-Tabellen, kein Bild, plus PDF zum Ausdrucken. Direkt zur Passung:

Bevorzugte Passungen — welche wofür

Die meisten Konstruktionen kommen mit einer Handvoll Passungen aus. Diese Tabelle nennt für jede davon die Funktion und das Ergebnis bei Ø25 mm, damit Sie nicht erst aus zwei Abmaßtabellen zusammenrechnen müssen.

Bevorzugte Passungen, System Einheitsbohrung (ISO 286)
PassungArtTypische AnwendungBeispiel bei Ø25 mm
H9/d9Weites SpielSehr leichter Lauf, schmutzunempfindlich — Landmaschinenwellen, lose RiemenscheibenSpiel +65 bis +169 µm
H8/f7LaufsitzÜbliche laufende Wellen in Gleitlagern, GetriebewellenSpiel +20 bis +74 µm
H7/g6GleitsitzGenaues Gleiten und Führen — Steuerschieber, Schieberäder, FührungsbolzenSpiel +7 bis +41 µm
H7/h6SchiebesitzVon Hand fügbar und trotzdem sitzt es — Zentrierungen, PassringeSpiel +0 bis +34 µm
H7/k6Übergangssitz (leicht)Straffer, leichter Presssitz — Riemenscheiben, Zahnräder mit Passfeder, Lagersitze15 µm Übermaß bis 19 µm Spiel
H7/n6Übergangssitz (fest)Starre Lage, eingepresst, überträgt kleine Lasten mit Passfeder28 µm Übermaß bis 6 µm Spiel
H7/p6PresssitzEchter Presssitz — Buchsen in Gehäuse, LagerringeÜbermaß 1 bis 35 µm
H7/s6Festsitz (≤50 mm)Dauerhafte Fügung, Momentübertragung durch Reibung — pressen + erwärmenÜbermaß 14 bis 48 µm

Grundtoleranzgrade IT (µm)

Der IT-Grad legt fest, wie breit das Toleranzfeld ist — noch nicht, wo es liegt. Je größer das Nennmaß, desto größer die zulässige Spanne bei gleichem Grad.

Grundtoleranzgrade nach ISO 286-2, Werte in µm
Grad>1–3>3–6>6–10>10–18>18–30>30–50>50–80>80–120>120–180>180–250
IT668911131619222529
IT710121518212530354046
IT814182227333946546372
IT92530364352627487100115
IT11607590110130160190220250290

Abmaße Bohrung — H7, H8, H9, H11 (µm)

Bei allen H-Feldern ist das untere Abmaß null: das Nennmaß ist gleichzeitig das Mindestmaß der Bohrung. Nur nach oben wird toleriert.

Oberes/unteres Abmaß der Bohrung (ES/EI) in µm
Bohrung>1–3>3–6>6–10>10–18>18–30>30–50>50–80>80–120>120–180>180–250
H7+10
0
+12
0
+15
0
+18
0
+21
0
+25
0
+30
0
+35
0
+40
0
+46
0
H8+14
0
+18
0
+22
0
+27
0
+33
0
+39
0
+46
0
+54
0
+63
0
+72
0
H9+25
0
+30
0
+36
0
+43
0
+52
0
+62
0
+74
0
+87
0
+100
0
+115
0
H11+60
0
+75
0
+90
0
+110
0
+130
0
+160
0
+190
0
+220
0
+250
0
+290
0

Abmaße Welle — d9 bis s6 (µm)

Obere Zeile je Feld ist das obere Abmaß (es), untere das untere (ei). Negative Werte bedeuten: die Welle liegt unter dem Nennmaß, es entsteht Spiel. Positive Werte bedeuten Übermaß — gepresst wird.

Oberes/unteres Abmaß der Welle (es/ei) in µm. s6 wird bis Ø50 mm angegeben.
Welle>1–3>3–6>6–10>10–18>18–30>30–50>50–80>80–120>120–180>180–250
d9-20
-45
-30
-60
-40
-76
-50
-93
-65
-117
-80
-142
-100
-174
-120
-207
-145
-245
-170
-285
e8-14
-28
-20
-38
-25
-47
-32
-59
-40
-73
-50
-89
-60
-106
-72
-126
-85
-148
-100
-172
f7-6
-16
-10
-22
-13
-28
-16
-34
-20
-41
-25
-50
-30
-60
-36
-71
-43
-83
-50
-96
g6-2
-8
-4
-12
-5
-14
-6
-17
-7
-20
-9
-25
-10
-29
-12
-34
-14
-39
-15
-44
h6+0
-6
+0
-8
+0
-9
+0
-11
+0
-13
+0
-16
+0
-19
+0
-22
+0
-25
+0
-29
h7+0
-10
+0
-12
+0
-15
+0
-18
+0
-21
+0
-25
+0
-30
+0
-35
+0
-40
+0
-46
h9+0
-25
+0
-30
+0
-36
+0
-43
+0
-52
+0
-62
+0
-74
+0
-87
+0
-100
+0
-115
h11+0
-60
+0
-75
+0
-90
+0
-110
+0
-130
+0
-160
+0
-190
+0
-220
+0
-250
+0
-290
k6+6
+0
+9
+1
+10
+1
+12
+1
+15
+2
+18
+2
+21
+2
+25
+3
+28
+3
+33
+4
n6+10
+4
+16
+8
+19
+10
+23
+12
+28
+15
+33
+17
+39
+20
+45
+23
+52
+27
+60
+31
p6+12
+6
+20
+12
+24
+15
+29
+18
+35
+22
+42
+26
+51
+32
+59
+37
+68
+43
+79
+50
s6+20
+14
+27
+19
+32
+23
+39
+28
+48
+35
+59
+43

Einheitsbohrung oder Einheitswelle — die Entscheidung, die viele Tabellen weglassen

Beide Systeme führen rechnerisch zum selben Sitz, aber nicht zum selben Preis. Einheitsbohrung (Bohrung immer H, Sitz über den Wellenbuchstaben eingestellt) ist in fast allen Fällen die richtige Wahl: Bohrungen entstehen mit Reibahlen, Bohrern und Werkzeugen fester Größe, während sich die Welle beim Drehen ohne Zusatzkosten auf jedes Maß bringen lässt.

Einheitswelle (Welle immer h) lohnt in einem Fall: eine durchgehende, gezogene oder geschliffene Welle trägt über ihre Länge mehrere unterschiedliche Sitze — dann bleibt die Welle wie sie ist und jede Nabe bekommt ihr eigenes Bohrungsfeld. Wer das mischt, bezahlt zweimal.

Praxishinweis zur Temperatur: Die Werte gelten bei 20 °C. Ein Presssitz H7/s6 an einem Aluminiumteil verhält sich im Betrieb anders als an Stahl, weil Aluminium sich rund doppelt so stark ausdehnt. Bei Paarungen aus unterschiedlichen Werkstoffen oder bei Betriebstemperaturen deutlich über Raumtemperatur gehört das nachgerechnet — nennen Sie uns Werkstoffpaarung und Einsatztemperatur, dann prüfen wir es mit.

Schnellantworten nach Passung

H7/g6 — Gleitsitz

Führungsbolzen, Steuerschieber, Schieberäder — bewegt sich, hat aber kein Spiel zum Klappern. Bei Nennmaß Ø25 mm ergibt H7/g6 ein Spiel von +7 bis +41 µm. Bohrung H7: +21/+0 µm, Welle g6: -7/-20 µm.

H7/h6 — Schiebesitz

Zentrierungen und Passringe, die von Hand gefügt werden und danach sitzen bleiben. Bei Nennmaß Ø25 mm ergibt H7/h6 ein Spiel von +0 bis +34 µm. Bohrung H7: +21/+0 µm, Welle h6: +0/-13 µm.

H7/k6 — Übergangssitz

Riemenscheiben und Zahnräder auf der Welle, Lagersitze — mit Passfeder gegen Verdrehen. Bei Nennmaß Ø25 mm ergibt H7/k6 zwischen 15 µm Übermaß und 19 µm Spiel. Bohrung H7: +21/+0 µm, Welle k6: +15/+2 µm.

H7/n6 — fester Übergangssitz

Starre Lage, wird eingepresst; überträgt kleine Lasten zusammen mit einer Passfeder. Bei Nennmaß Ø25 mm ergibt H7/n6 zwischen 28 µm Übermaß und 6 µm Spiel. Bohrung H7: +21/+0 µm, Welle n6: +28/+15 µm.

H7/p6 — Presssitz

Buchsen ins Gehäuse, Lagerringe — Fügen mit Presse, Lösen nur mit Abzieher. Bei Nennmaß Ø25 mm ergibt H7/p6 ein Übermaß von 1 bis 35 µm. Bohrung H7: +21/+0 µm, Welle p6: +35/+22 µm.

H7/s6 — Festsitz

Dauerhafte Fügung, Moment über Reibung — Welle kühlen oder Nabe erwärmen. Bei Nennmaß Ø25 mm ergibt H7/s6 ein Übermaß von 14 bis 48 µm. Bohrung H7: +21/+0 µm, Welle s6: +48/+35 µm.

H8/f7 — Laufsitz

Laufende Wellen in Gleitlagern und Getriebewellen — der Standard für Dauerlauf. Bei Nennmaß Ø50 mm ergibt H8/f7 ein Spiel von +25 bis +89 µm. Bohrung H8: +39/+0 µm, Welle f7: -25/-50 µm.

H9/d9 — weites Spiel

Schmutzunempfindliche Lagerungen, Landmaschinen, lose Riemenscheiben. Bei Nennmaß Ø50 mm ergibt H9/d9 ein Spiel von +80 bis +204 µm. Bohrung H9: +62/+0 µm, Welle d9: -80/-142 µm.

Gedrehte Präzisionswellen mit Passfedernut und tolerierten Lagersitzen, gefertigt von EKINSUN
Wellen mit tolerierten Lagersitzen und Passfedernut — Sitze nach Zeichnung gedreht und gemessen

Wann diese Tabelle nicht mehr reicht: wenn das Gegenstück bereits existiert und ausgeschlagen ist, wenn die Welle in einem Gehäuse ohne Zeichnung sitzt, wenn Werkstoffe mit unterschiedlicher Wärmedehnung gepaart werden, wenn enger als IT6 gefordert ist, oder wenn das Teil schlicht nicht mehr lieferbar ist. In all diesen Fällen entscheidet nicht die Norm, sondern das Messen am realen Teil — wir vermessen Ihr Muster und drehen das Gegenstück auf die passende Toleranz: Drehteile nach Zeichnung, Passschrauben mit geschliffener Schulter oder Ersatzteil nach Muster, ab einem Stück, auf Wunsch mit Messprotokoll.

Häufige Fragen zur Passungstabelle

H7 ist die Toleranz der Bohrung, g6 die der Welle. Beides zusammen ergibt einen Gleitsitz: die Welle lässt sich bewegen, hat aber nur wenige Mikrometer Spiel. Bei Ø25 mm sind das +7 bis +41 µm.

In der Praxis fast immer die Einheitsbohrung (Großbuchstabe H). Bohrungen werden mit Reibahlen und Werkzeugen fester Größe gefertigt, die Welle lässt sich beim Drehen dagegen frei auf jedes Maß bringen. Einheitswelle lohnt nur, wenn eine durchgehende gezogene Welle mehrere unterschiedliche Sitze tragen muss.

Das hängt davon ab, welcher Ring mitdreht. Umlaufender Innenring auf der Welle üblicherweise k6 oder m6, stehender Außenring im Gehäuse H7. Maßgeblich ist die Vorgabe des Lagerherstellers — schicken Sie uns Lagerbezeichnung und Einbausituation, wir prüfen das mit.

IT6 an Passsitzen ist Standard. Enger als IT6 ist möglich, verlangt aber Schleifen oder Feinstdrehen und gehört mit Messprotokoll vereinbart. Ohne Toleranzangabe auf der Zeichnung fertigen wir nach DIN ISO 2768-m.

Nur eingeschränkt. POM, PEEK und PA dehnen sich stärker mit der Temperatur und nehmen teils Feuchtigkeit auf; eine im Metall saubere H7/h6-Paarung kann in Kunststoff klemmen oder ausschlagen. Bei Kunststoff geben Sie besser die Funktion an, dann rechnen wir das Maß dafür aus.

Ja. Auf Wunsch ein Messprotokoll der tatsächlich gefertigten Maße gegen Ihre Zeichnung, dazu ein Werkstoffzeugnis 3.1 nach EN 10204 für den eingesetzten Werkstoff.

Sie brauchen das Teil, nicht nur den Toleranzwert?

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